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Dramen wie im echten Leben in Wildflecken

In der Rhön-Kaserne trainierten Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis unter realistischen Bedingungen alle möglichen Einsätze

 

Drei Jahre lang haben die Floriansjünger aus dem Landkreis Bad Kissingen darauf gewartet: Jetzt gab es wieder eine Großübung der Feuerwehren im Bereich der Rhön-Kaserne. Genauer gesagt waren es mehr als 800 Feuerwehrleute aus rund 60 Wehren, unterstützt von 50 Teilnehmern des Bayerischen Roten Kreuzes, der 40-köpfigen Bergwacht und begleitet von leitenden Kommissaren aus den Polizei-Inspektionen Bad Kissingen, Hammelburg und Bad Brückenau. Die Szenarien, die an elf Stationen geübt wurden, deckten die gesamte schreckliche Bandbreite aller möglichen Unglücksfälle ab: "Vermisste Personen, Verunglückte im Schacht, Auto gegen Zapfsäule gefahren, Brände in Werkstatt, Keller, Mülltonne und Häusern, technische Hilfeleistung bei etlichen Unfällen bis hin zur unfallträchtigen Begegnung mit einer Drohne". Neu: Elektroautos, Solaranlagen Erneut wie vor einigen Jahren wurde auch die Rettung eines Fallschirmspringers im Baum geprobt. "Wer hätte damals gedacht, dass so eine Höhenrettung in Wirklichkeit auf die Feuerwehr einmal zukommen würde?", erinnerte Kreisbrandrat Benno Metz an einen solchen Fall bei Burkardroth. "Hoch interessant war die Drohne bei der Rettungsaktion der Bergwacht", sagte Erster Hauptkommissar Alfons Hausmann, Leiter der Polizei-Inspektion Hammelburg, der Zeitung. Auch Elektrofahrzeuge und Solaranlagen seien neue Themen. Was alle im Rettungsfall verbindet, ist die Leitstelle in Schweinfurt, bzw die Zentrale in Würzburg. Metz freute sich, dass nach drei Jahren Pause endlich wieder die Gelegenheit für eine solche Großübung bestand. Die hoch motivierten Teilnehmer seien freiwillig dabei, betonte er. "Freilich haben wir darauf geachtet, dass noch genug Feuerwehr daheim vorhanden ist." Organisationsteam: 150 Leute Zu der Veranstaltung waren auch prominente Gäste bekommen, darunter MdL Sandro Kirchner (CSU), MdB Dorothee Bär (CSU), MdB Sabine Dittmar (SPD) und viele Bürgermeister aus dem Landkreis Bad Kissingen. Landrat Thomas Bold (CSU) dankte dem Kommandeur, Oberstleutnant Roman Jähnel, für die Übungsmöglichkeit in der Rhön-Kaserne und bestätigte, dass die Kosten der Übung der Landkreis Bad Kissingen trage. Auf dem Wege der Ausschreibung hatten sich die Wehren um die Teilnahme beworben. Den Sprit für ihre Feuerwehrautos mussten sie allerdings selbst bezahlen.Schon am Vortag waren die Züge von 32 verschiedenen Wehren zu den Übungseinsätzen ausgerückt. Mehr als 150 Leute zählte das vorbereitende Organisationsteam. Die Feuerwehr-Kommandozentrale in einem Bundeswehr-Gebäude hatte viel zu tun. Denn dort liefen die organisatorischen Fäden zusammen. So zum Beispiel für einen Einsatz zum Gebäudebrand in der seit mehr als 20 Jahren abgesiedelten Housing-Area. Ein Bewohner (als Komparse) konnte sich auf das Dach retten. Die hydraulische Drehleiter fuhr in der Dunkelheit aus und brachte nicht nur genügend Licht mit, sondern ermöglichte auch die baldige Rettung. Künstlicher Rauch, der echt aussah, sorgte dafür, dass die Übung unter realistischen Bedingungen ablief. Die Komparsen bestätigten, dass auch ihnen die Übung viel Spaß gemacht hatte. Sie wurden täuschend echt geschminkt und sahen so aus, als wären sie ernsthaft verletzt. "Ich will helfen und lernen", sagte Verena Loose aus Euerdorf, die als Komparsin schon etliche dieser Großübungen begleitet hat. Die Zusammenarbeit der Wehren sei von großer Bedeutung, sagte Kreisgeschäftsführer Peter Sell der Zeitung. Die zu den Einsätzen arrangierten Züge übten das Löschen wie auch technische Hilfeleistung (THL). Der Trend gehe immer mehr in Richtung THL.



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© Main-Post 2017 Gerd Schaar


Zeltlager mit Abenteuergefühl

Heuer waren es 135 Teilnehmer, die Kreisjugendwart Klaus Kippes begrüßte. Die Jugendlichen kamen aus zwölf Wehren des gesamten Landkreises Bad Kissingen.
"Der große Swimmingpool ist heuer unsere Attraktion auf dem Zeltplatz", verrät Kippes. Und schon planschte das erste Team zur Abkühlung bei den heißen Temperaturen in den 15 Kubikmetern Wasser fröhlich herum. Offensichtlich war der Pool ein Volltreffer. Gespannt waren die Jugendlichen auf ihren Besuch bei der Bundeswehr. Dort auf dem Truppenübungsplatz hatten sie Gelegenheit, verschiedene Hindernisse auszuprobieren. Kippes bestätigt: "Das kam im vergangenen Jahr besonders gut an."
Andrang herrschte für die Zeltlagerdisko, die nach längerer Zeit wieder in Betrieb genommen wurde. Eine Premiere war die alkoholfreie Cocktailbar.
Kippes spricht von einer heuer stattlichen Anzahl Jugendlicher, die sich jetzt zum Zeltlager einfanden. Rund ein Drittel seien Mädchen. Aus Westheim kommt Teilnehmerin Meike Schellenberger: "Die Feuerwehr macht mir sowieso schon Spaß", sagt die 13-Jährige. Im Zeltlager seien jetzt viele Freunde dabei, was für diesen Ausflug noch schöner sei, als allein anzureisen. Meike hatte schon im Vorjahr am Zeltlager auf dem Schlossberg teilgenommen.
Der ebenfalls 13-jährige Leon Lebsak kommt aus Fuchsstadt. "Ich finde das Zeltlager einfach toll, und es macht mir einen Riesenspaß", sagt er. Mittlerweile habe er schon Freunde aus anderen Orten kennengelernt.
Freilich gibt es auch Pflichten für die Jugendlichen. Dazu gehört zum Beispiel der Auf- und Abbau der Zelte, der Spüldienst sowie eine nächtliche Zeltwache, um den ungestörten Schlaf der Kameraden zu gewährleisten. Ein wenig Abenteuergefühl erwachte in den Jugendlichen.

 

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Mainpost von Gerd Schaar